Fragen zur Energiemedizin
beantwortet von Dr. Folker Meißner 

Wie wirkt Energiemedizin?

Diese Frage würde ich gerne mit einem einzigen Satz beantworten, aber das ist schlichtweg nicht möglich. Das hat die Energiemedizin übrigens mit anderen Formen der Medizin gemeinsam. Oder wüssten Sie eine einzeilige Antwort auf die Frage: wie wirkt Schulmedizin? „Energiemedizin“ wird häufig in Verbindung mit oder synonym zu „Informationsmedizin“ gebraucht. Es findet sich auch die Verknüpfung zu „Energie-Informations-Medizin“ oder „Bioenergetische und Informationsmedizin“. Allein diese Vielfalt der Begriffe lässt schon darauf schließen, dass wir es hier nicht mit einer einheitlichen inhaltlichen Beschreibung zu tun haben. Gerne möchte man Energiemedizin komplett in den Bereich der alternativen und komplementären Medizin abschieben, aber das würde ihr nicht gerecht, wenngleich sich nahezu ausschließlich Alternativ- oder Komplementärmediziner zur Energiemedizin bekennen, und diejenigen Schulmediziner, die Energiemedizin anwenden, sich dessen meist gar nicht bewusst sind. 

Bevor wir uns mit der Wirkungsweise beschäftigen, sollten wir vielleicht eine kurze Definition von Energiemedizin voranstellen.
 
Was ist Energiemedizin?

Energiemedizin (und hier schließe ich Informationsmedizin mit ein) umfasst alle Verfahren und Methoden, bei denen zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken Energie in Form von Wellen oder Feldern zum Einsatz kommt. Hierbei kann es sich sowohl um Informationsfelder, als auch um Felder handeln, die durch phonetische, elektrische, magnetische, elektromagnetische oder skalare Wellen erzeugt werden. 
Beginnen wir mit den Formen der Energiemedizin, die allgemein bekannt sind und tagtäglich angewandt werden. Hierzu gehören z. B. EKG, EEG, Röntgen, Computer-Tomographie, Kernspintomographie und Ultraschall. Die physikalischen Grundsätze und die auftretenden Wirkungen sind weitgehend bekannt und beherrscht. Diese Verfahren gelten als wissenschaftlich begründet und sind deshalb Teil der Schulmedizin geworden (wenngleich die Entwickler der Kernspintomographie anfangs von der etablierten Wissenschaft verlacht wurden). Den Formen der Energiemedizin, die der „alternativen Szene“ zuzurechnen sind, mangelt es bisher weitgehend an der wissenschaftlichen Akzeptanz. Das liegt zum einen daran, dass seitens der etablierten Wissenschaft kein Interesse besteht, in diese Bereiche einzudringen, und das liegt andererseits daran, dass die herkömmlichen physikalischen Messverfahren mangels entsprechender Sensorik die neueren Methoden gar nicht beurteilen können.
Bei vielen Formen der Energiemedizin existieren Modelle von der vermuteten Wirksamkeit (z. B. bei der Akupunktur), bei anderen Formen konnte man die Wirkungsweise bisher oft nicht annähernd physikalisch-chemisch formulieren (z. B. bei der Homöopathie oder der Klangtherapie). Erst die Einbeziehung des Begriffs „Bewusstsein“ konnte den Spalt zwischen herkömmlicher Physik und energiemedizinischen Phänomenen überbrücken. Wissenschaftler wie Richard Feynman oder James Oschman und Mae Wan Ho haben hier Pionierarbeit geleistet und den allgemeinen Zugang zu energiemedizinischen Einsatzfeldern geöffnet.  

Zurück zur Wirkungsweise

Energiemedizin wirkt - ja nach dem verwendeten Verfahren - durch Verbesserung der Eigenregulation entweder auf zellulärer Ebene oder auf systemischer Ebene (einschließlich der Psyche). Oder einfach gesagt: die Selbstheilungskräfte des Menschen werden regeneriert bzw. optimiert. Der Mensch ist ein sehr komplexes, weitgehend holografisch strukturiertes Informationssystem. D. h. die in ihm produzierte, gespeicherte und verarbeitete Information ist nicht nur wie ein Stereo-Bild räumlich aufgebaut, es wird zugleich eine dynamische Komponente aller Vernetzungen mit abgebildet. Ca. 70 Billionen Zellen (im englischen Sprachgebrauch: 70 trillions) und pro Zelle mehr als 100000 chemische Reaktionen pro Sekunde werden in Echtzeit gesteuert. Jede Zelle steht dabei mit jeder anderen Zelle in Verbindung. Um diese Komplexität zu erhalten, passiert die Steuerung nicht so sehr auf direkter chemischer oder physikalischer Ebene, sondern über entsprechend vielfältige Informationskanäle oder Bioenergetische Felder.

Es ist also möglich, einen offensichtlich gestörten Herzrhythmus allein dadurch wieder zu harmonisieren, dass man dem Körper die Urinformation des gesunden Herzens zur Verfügung stellt. Wie diese Information bereitgestellt wird, ob durch homöopathische Globuli, durch Felder oder mittels besonders imprägnierter Minerallösungen, beeinflusst die Wirksamkeit weniger als die Präzision der holografischen Information. Ich denke, dass in der Qualität dieser holografischen Information die Unterschiede in der nachhaltigen Wirkung der einzelnen Therapiesysteme liegen.
 
Inwiefern haben die Erkenntnisse der Quantenphysik zur Etablierung der Energiemedizin beigetragen?


Ich glaube in sehr hohem Maße. Nun ist die Quantenphysik trotz ihres hohen Alters von ca. 100 Jahren immer noch nicht überall bekannt oder gar verstanden, und innerhalb der Physik gibt es auch immer wieder Gruppierungen, die die Quantenphysik ablehnen. Gleichwohl haben ein paar Prinzipien der Quantenphysik das Verständnis für energiemedizinische Phänomene erweitert und manche überhaupt erst erklärbar gemacht. So ist die Nicht-Lokalität, die Loslösung von Zeit und Raum, ein wesentliches Merkmal. Die informatorische Verschränkung von räumlich getrennten Photonen oder Elektronen gehört ebenso dazu. Oder die Dualität von Wellen und Teilchen. Die Einbeziehung der Quantenphysik geht sogar schon soweit, dass man hier und da von Quantenmedizin spricht.
 
Wo liegen die Möglichkeiten, wo die Grenzen der Energiemedizin?

Die Möglichkeiten sehe ich vor allem in der Heilung und nicht nur in der Behandlung von chronisch kranken Menschen. Energiemedizin verfolgt immer einen ganzheitlichen Ansatz, d. h. losgelöst von Organen als reparaturbedürftigen Baugruppen oder Systembausteinen. Energiemedizin wendet sich immer an den ganzen Menschen unter allen körperlichen, seelischen, geistigen, spirituellen und sozialen Aspekten. Mit Energiemedizin behandelt man keine Krankheiten, sondern Menschen. Deswegen ist Empathie, die Fähigkeit der Zuwendung, ein wesentliches Merkmal des energiemedizinisch arbeitenden Therapeuten. Ein empathischer Therapeut erkennt die Blockierungen im System und ermöglicht es dem Kranken, diese aufzulösen und sich zu heilen.

Das Ziel muss es sein, von einer krankheits- und symptomorientierten Medizin zu einer heilungs- und patientenorientierten Medizin zu gelangen. Weg von der Medizin, die ausschließlich auf Statistiken und Leitlinien beruht und alle Betroffenen in etwa gleich behandelt (und gleich krank erhält), hin zu einer individuellen Medizin, die ausschließlich den Patienten in seiner Einzigartigkeit im Mittelpunkt sieht, und bei der es durchaus normal ist, dass man bei zwei Patienten mit den gleichen Symptomen zwei völlig andere therapeutische Ansätze wählt. Für die Energiemedizin ist das schon jetzt Normalität.

Die Grenzen vermag ich nicht zu beurteilen. Ich sehe derzeit keine. Schon die alten Griechen fragten sich mit leichter Ironie: woher soll ich wissen, was ich (noch) nicht weiß? Ich finde, wir sind noch zu sehr am Anfang der Geschichte der Energiemedizin, als dass wir uns schon Gedanken über deren Grenzen machen müssten. Energiemedizin konnte durch die jüngsten harten wissenschaftlichen Fakten aus dem Nebel esoterischer Fantasien hervortreten und sich der wissenschaftlichen Anerkennung nähern. Die nächsten zehn Jahre werden revolutionäre Erkenntnisse bringen. Es bleibt spannend.